Kekszauber
Autor: Sandra Quoll
In der
Weihnachtsbäckerei
Wenn
Kollegen zu
Keks-Künstlern
werden
Ein Nachmittag zwischen Chaos, Keksen und Kollegen
Die Vorweihnachtszeit ist ja bekanntlich die Zeit der guten Vorsätze: weniger Stress, mehr Gemütlichkeit, vielleicht sogar ein bisschen Besinnlichkeit. Wie gut das klappt, zeigt sich meist erst, wenn man mittendrin steckt. Bei uns begann alles mit einer spontanen Idee – und endete mit Mehl in der Luft, einem vollen Kekstisch und ziemlich viel Gelächter.
Die Idee:
Backen statt Stammtisch
Kurz vor unserer Weihnachtsfeier kam Matze und mir der Gedanke, mit den Kollegen in Braunschweig gemeinsam Plätzchen zu backen. Zum einen wollte Ernst aus Lüneburg vorbeikommen, zum anderen hatten wir schon ewig keinen Stammtisch mehr zustande bekommen. Und mal ehrlich: In der hektischen Vorweihnachtszeit gönnt man sich viel zu selten so eine kleine Auszeit.
Die Reaktionen waren gemischt – von begeistertem „Super Idee!“ bis zu vorsichtigem Schulterzucken. Trotzdem stand der Termin schnell fest.
Dann begann die wohl wichtigste Diskussion: Welcher Teig soll es werden?
Matze plädierte leidenschaftlich für zuckerfreie Kekse, ich wollte lieber einen klassischen Teig für alle. Nach kurzer Debatte einigten wir uns auf die eleganteste Lösung:
Jeder bringt seinen eigenen Teig mit – und wir küren den besten Keks.
Mit dabei waren die Keks-Künstler:
Robin, Niklas, Micha, Matze, Sandra, Momo und Ubey
Planänderungen und erste Zweifel
Ein paar Tage vorher erfuhr ich, dass auch Kollegen aus Oldenburg wegen eines Kundentermins vor Ort sein würden. Also bekamen auch sie eine Einladung zur vorweihnachtlichen Backrunde. Kurz darauf kam allerdings Ernüchterung: Ernst musste absagen, aus Oldenburg kam keine Rückmeldung, und ich überlegte schon, das Ganze wieder abzublasen.
Nicht gerade beruhigend war außerdem, dass Matze zusätzlich plante, mittags für alle zu grillen.
Wie gesagt – man gönnt sich ja sonst nichts.
Mein persönliches Teig-Drama
Am Tag vor dem großen Backen bereitete ich meinen Lieblingsteig vor: Heidesand mit Meersalz. Leider lief das Ganze nicht ganz so reibungslos wie erhofft.
Der entscheidende Fehler?
Ungeduld.
Ich hatte die Butter nicht ausreichend abkühlen lassen. Das Ergebnis: ein bröseliger Teig, der sich partout nicht zu einer Rolle formen lassen wollte. Nach einer schweißtreibenden Rettungsaktion landete schließlich doch eine halbwegs stabile Rolle im Kühlschrank. Meine Hoffnung: dass die Kekse schmecken, nicht zerfallen – und den Transport mit dem Fahrrad überleben.
Zuckerfrei gescheitert
Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass auch Matze mit seinem Teig gekämpft hatte. Die zuckerfreien Kekse waren im Probebacken mit seiner Tochter durchgefallen – selbst mit Schokolade und Zuckerguss nicht zu retten. Also erschien er ohne Superteig, dafür aber mit reichlich Grillgut und zwei Sorten Fertigteig aus dem Supermarkt.
Die Azubis wiederum hatten gedacht, Niklas würde sich um den Keksteig kümmern – und standen plötzlich ohne da. Kurzerhand schickte ich sie noch zum nächsten Laden, sicher ist sicher.
Nur Robin und Micha blieben tiefenentspannt:
Ihre Teige waren fertig und einsatzbereit.
Mehl, Förmchen und ein bisschen Kindergarten
Nach dem Grillen wurde es ernst – oder zumindest so ernst, wie man es mit Mehl an den Händen sein kann. Mein Heidesand wanderte als Erstes in den Ofen, dicht gefolgt von Michas Marmorkeksen.
Robin hatte sich an Zimtsterne gewagt, die dank neuer Ausstechformen auch als Zimtbäume und Zimteichhörnchen das Licht der Welt erblickten. Gemeinsam verzierten wir sie mit Zuckerguss – ein bisschen klebrig, aber vor allem sehr lustig.
Der beste Meeting-Raum ist der, der nach frischen Plätzchen riecht.
Niklas
Parallel starteten Momo und Ubey mit ihrem gekauften Lebkuchenteig. Es hatte stellenweise tatsächlich etwas von Kindergarten – allerdings im allerbesten Sinne. Niemand war ein Profi, aber genau das machte die Stimmung so locker.
Als die Zimtsterne aus dem Ofen kamen, traf Niklas mit dem letzten Teig ein: etwas klebrig, aber unglaublich lecker. Kurz darauf waren auch seine Kekse mit Ubeys Hilfe ausgestochen und gebacken. Und obwohl ich anfangs dachte, Ubey sei nicht ganz so begeistert, stellte sich schnell heraus: Der Spaß war definitiv da.
Matze, Initiator der ganzen Aktion, konzentrierte sich schließlich aufs Dekorieren und Quatschen – was mindestens genauso wichtig war.
Ein Nachmittag, der nachklingt
Am Ende war es ein rundum gelungener Nachmittag: tolle Kollegen, jede Menge süßes Gebäck und dazu ein paar herbe Biere – spendiert von einem großzügigen Kunden.
Fazit
Wir hatten unglaublich viel Spaß und bei der Weihnachtsfeier eine beeindruckende Auswahl an selbstgebackenen Keksen.
Epilog
Einen Sieger gab es übrigens nicht.
Die Wahrheit ist: Sie waren einfach alle zu gut.
Auf ein Neues
So bleibt nur zu sagen: Das war unsere Weihnachtsbäckerei – und ich hoffe sehr, dass es nicht die letzte war.
Denn wenn Mehlstaub, Gelächter und ein bisschen Chaos zusammenkommen, entsteht genau das, was die Vorweihnachtszeit ausmacht.
Zu guter Letzt:
Mein Heidesand mit Meersalz zum Nachbacken
250 g Butter | 400 g Mehl | 175 g Zucker | 1 Pck Vanillezucker | 1 TL Meersalz | 2 EL Zucker + wenig Salz zum Wälzen
Butter bei niedriger Hitze schmelzen, leicht bräunen und anschließend wieder fest werden lassen. Danach die Butter schaumig aufschlagen und die restlichen Zutaten unterkneten. Den Teig zu zwei Rollen formen, in Zucker und ein wenig Salz wälzen und für etwa 30 Minuten kalt stellen. Anschließend in Scheiben schneiden und die Kekse bei 160 °C Umluft etwa 10 – 12 Minuten backen.