Zukunftstag
Autor: André Kutze, Max Pölig, Jan Lübben
Wie aus ersten Codeblöcken
echte
Spielideen
wurden
Wie sieht eigentlich ein Tag in einem Softwareunternehmen aus? Sitzt man nur vor dem Bildschirm, tippt kryptische Zeichenfolgen in schwarzen Fenstern und trinkt literweise Kaffee? Oder steckt hinter Softwareentwicklung vielleicht viel mehr Kreativität, Teamarbeit und Ideenreichtum?
Beim diesjährigen Zukunftstag bei Red Oak Consulting durften sechs Schüler in Braunschweig und ein weiterer Teilnehmer in Oldenburg selbst in die Rolle von Entwicklern schlüpfen – ausprobieren, tüfteln und eigene Ideen zum Leben erwecken.
Spoiler vorweg: Es wurde programmiert, gelacht, Pizza gegessen, Spiele entwickelt – und am Ende waren sich alle einig: Der Tag war viel zu kurz.
Die Vorbereitung:
Vom Konzept zur Idee
Anfang März kam von Matze die Anfrage, den diesjährigen Zukunftstag zu planen und umzusetzen.
Schnell war klar: Das übernehmen Max, Jan und André.
André, Braunschweig
Max, Braunschweig
Jan, Oldenburg
Bevor es losgehen konnte, stand erst einmal Organisation auf dem Programm. Max übernahm für Braunschweig die Abstimmung mit den Eltern – von Ankunftszeiten über den Tagesablauf bis hin zu Einverständniserklärungen und allem, was für einen reibungslosen Ablauf dazugehört. Für Oldenburg zog Jan im Hintergrund die organisatorischen Fäden.
Parallel liefen mehrere Vorbereitungstermine im Team. Die zentrale Frage lautete:
Wie schaffen wir einen spannenden Einstieg in die Welt der Softwareentwicklung?
Die Antwort: MakeCode – Microsoft MakeCode, eine Plattform, auf der sich im Baukastenprinzip eigene kleine Videospiele programmieren lassen. Genau richtig für den Einstieg: intuitiv per Drag & Drop mit Codeblöcken, aber gleichzeitig nah genug an „echtem“ Programmcode, um erste Programmierlogik verständlich zu machen.
Um den Kindern den Start zu erleichtern, wurden vorab einige kleine Spielideen vorbereitet – als Inspiration, als Grundlage und natürlich auch zum Weiterentwickeln.
Ein Plan stand. Jetzt musste er nur noch mit Leben gefüllt werden.
23. April 2026
Die Entwickler von morgen
kommen nach Braunschweig
Kurz vor 9 Uhr war es soweit: Die ersten Kinder trafen bei Red Oak Consulting in Braunschweig ein und wurden von Sandra, Max, Matze und André begrüßt.
Mit dabei waren:
Leonard (13 Jahre | 8. Klasse)
Peter (14 Jahre | 8. Klasse)
Ande (14 Jahre | 8. Klasse)
Samuel (10 Jahre | 5. Klasse)
Paul (12 Jahre | 6. Klasse)
Marlon (11 Jahre | 5. Klasse)
Zum Ankommen gab es direkt ein kleines Willkommenspaket: Stoffbeutel, T-Shirt, Sonnenbrille, etwas Süßes und Postkarten.
Die T-Shirts wurden direkt stolz angezogen – auch wenn sie bei einigen eher in Richtung „sportlich eng anliegend“ gingen. Sagen wir so: Für nächstes Jahr wissen wir – eine Nummer größer schadet nicht. Vielleicht freut sich aber auch das ein oder andere Geschwisterkind über ein fast neues Shirt.
Picasso war nicht dabei
Zum Kennenlernen startete Matze mit einem Social Mapping – einer lockeren Vorstellungsrunde mit Zeichnungen.
Und sagen wir es diplomatisch: Ein kleiner Picasso war an diesem Morgen nicht unter uns.
Dafür gab es viele Lacher, kreative Interpretationen und schnell erste Gemeinsamkeiten. Genau das Richtige, um das Eis zu brechen und aus einer Gruppe Fremder ein kleines Team zu machen.
Jetzt wird programmiert
Nach der Einführung in Microsoft MakeCode ging es ans Eingemachte: eigene Spielideen entwickeln.
Die Gruppe teilte sich in zwei Teams auf – und plötzlich sprudelten die Ideen.
Andrés Gruppe entschied sich für ein kleines Open-World-Spiel, inspiriert von The Legend of Zelda – mit eigener Welt, Entdeckungen und Abenteuercharakter.
Max’ Gruppe griff eine vorbereitete Vorlage auf, entwickelte sie aber mit eigenen Ideen weiter und machte daraus Schritt für Schritt ihr ganz eigenes Spiel.
Besonders beeindruckend: Viele Kinder brachten bereits erstaunliches Vorwissen mit. Einige beschäftigen sich in ihrer Freizeit schon mit Programmierung – und genau das merkte man. Ideen wurden nicht nur gesammelt, sondern oft direkt umgesetzt.
100 Ideen,
2 Stunden Zeit
Für die Entwicklung waren rund 90 Minuten bis 2 Stunden eingeplant.
Im Rückblick: viel zu wenig.
Nicht, weil es nicht funktionierte – sondern weil die Kreativität kaum zu bremsen war. Neue Ideen entstanden schneller, als man sie umsetzen konnte. Noch ein Level hier, eine Spielfigur dort, vielleicht Gegner, vielleicht Quests, vielleicht noch eine geheime Höhle…
Die Köpfe rauchten – im besten Sinne.
Ein Learning für das nächste Mal gab es ebenfalls:
Drei Kinder an einem Laptop und einem Tisch sind machbar – aber nicht optimal. Eigene Arbeitsplätze oder maximal Zweierteams würden künftig noch mehr Raum für individuelles Ausprobieren schaffen.
Pizza, Gruppenfoto und Austausch
mit Oldenburg
Gegen Mittag war Zeit für eine wohlverdiente Pause.
Matze bestellte Pizza für alle – allerdings mit einer überraschend ambitionierten Auswahl. Für Kindergaumen vielleicht etwas… experimentell. Zu viel Gemüse, hier und da ordentlich Würze – kulinarisch mutig.
Das Fazit der jungen Gäste war ziemlich eindeutig:
Eine Pizza Salami oder Margherita hätte es auch getan.
Auch das gehört zu einem guten Zukunftstag: Erfahrungen sammeln. Auf allen Ebenen.
Mit vollem Bauch wurde anschließend noch ein gemeinsames Gruppenfoto gemacht, bevor es digital weiterging: In einem Microsoft-Teams-Meeting tauschte sich die Gruppe aus Braunschweig mit Jan und Jaris in Oldenburg aus. Dabei wurden die entwickelten Spiele präsentiert, Ideen vorgestellt und Erfahrungen geteilt.
Das Fazit der Kinder:
„Bitte länger!“
Das Feedback der Schüler war eindeutig:
Es hat großen Spaß gemacht. Aber: Der Tag war viel zu kurz.
Leonard, Ande, Peter und Samuel hätten sich gewünscht, noch zwei bis drei Stunden länger weiterzuentwickeln.
Marlon war begeistert davon, wie viel Spaß Programmieren machen kann.
Paul fand besonders spannend zu sehen, wie Software überhaupt entsteht – und wie greifbar Programmierung mit dem richtigen Einstieg sein kann.
Besonders schön: Ande war bereits zum zweiten Mal dabei. Warum?
Weil es mir letztes Jahr schon richtig gut gefallen hat – und ich unbedingt nochmal kommen wollte.
Ein besseres Kompliment kann man kaum bekommen.
Unser Fazit:
Zukunft gestalten heißt Möglichkeiten zeigen
Für André war besonders schön zu sehen, wie schnell aus ersten Ideen ein gemeinsames Projekt wurde – und wie engagiert die Kinder dabei waren.
Auch Max zog ein positives Fazit: Vor allem bei den jüngeren Teilnehmenden war Microsoft MakeCode ein Volltreffer. Für ältere Kinder könnte man künftig noch stärker zeigen, wie der echte Alltag in der Softwareentwicklung aussieht – vielleicht mit mehr Einblick in laufende Projekte oder direktem „Über-die-Schulter-Schauen“.
Denn genau darum geht es beim Zukunftstag:
Neugier wecken. Begeisterung entfachen.
Perspektiven öffnen.
Ein Blick nach Oldenburg:
Zwischen Design, Debugging und Kuchen
Während in Braunschweig fleißig an kleinen Videospielen gearbeitet wurde, stand in Oldenburg eine etwas andere Seite der Softwareentwicklung im Mittelpunkt:
Design, Programmierlogik und die berühmten Klassiker unseres Berufsalltags.
Denn schnell wurde klar: Programmieren bedeutet nicht nur, eine Idee zu haben – sondern vor allem, dem Computer geduldig beizubringen, genau das zu tun, was man möchte. Und meistens bleibt dafür, wie so oft in der IT, gefühlt viel zu wenig Zeit.
Kurz gesagt:
Ein ziemlich authentischer Einblick in unseren Arbeitsalltag.
Ein absolutes Highlight war für Yaris allerdings nicht nur der Blick in die Welt der Softwareentwicklung, sondern auch der spontan mitgebrachte Kuchen eines Kollegen – ein Programmpunkt, der mindestens genauso gut ankam wie der Rest des Tages.
Yaris, 5. Klasse
Das schönste Fazit aber zum Schluss:
Der Zukunftstag hat in Oldenburg den Wunsch geweckt, später selbst einmal Programmierer zu werden.
Und mal ehrlich – genau dafür machen wir das.
Und warum machen wir das eigentlich schon
zum dritten Mal?
Matze
Weil Zukunft nicht einfach passiert – sie wird gestaltet.
Manchmal beginnt sie mit einem ersten Codeblock, einer guten Idee oder einfach mit der Frage:
„Kann ich das auch?“
Genau deshalb engagieren wir uns beim Zukunftstag. Wir möchten jungen Menschen zeigen, dass Technik nicht trocken sein muss, sondern kreativ, spannend und voller Möglichkeiten steckt. Dass Softwareentwicklung nicht nur aus Code besteht, sondern aus Teamwork, Problemlösung und jeder Menge Ideen.
Und ganz ehrlich: Es macht einfach Spaß, mitzuerleben, wie aus anfänglicher Neugier plötzlich echte Begeisterung wird. Wenn am Ende eines Tages der Wunsch entsteht, selbst einmal Entwickler oder Entwicklerin zu werden, dann zeigt uns das:
Es hat sich gelohnt.