Stefans Fotobox
Autor: Stefan Benken
Freiraum
am Freitag:
Wie aus drei
Stunden eine
Fotobox für
unsere Hochzeit
wurde
Bei Red Oak Consulting gibt es jeden Freitag drei Stunden Freiraum. Zeit, in der wir nicht an Kundenprojekten arbeiten, sondern an dem, was uns persönlich interessiert – allein oder im Team.
Für mich war schnell klar, wie ich diese Zeit nutzen möchte: Ich baue eine Fotobox.
Aber von vorne …
Aus einer Idee wurde ein Projekt – einfach machen!
Unsere eigene Hochzeit stand an.
Und was braucht man dafür unbedingt?
Genau: eine Fotobox.
Auch diese telefonischen Gästebücher sind aktuell überall auf Instagram zu sehen. Beides ausleihen? Möglich. Aber Geld ausgeben, nur um es nach einem Tag wieder zurückzugeben?
Nein. Dann lieber etwas mehr Geld investieren – und es selbst bauen.
Schließlich bin ich Informatiker und kann mehr, als nur Drucker zum Laufen zu bringen.
Die Fotos später per Link an die Gäste schicken? Auch keine Option. Stattdessen habe ich mich entschieden, jedem Gast einen USB-Stick mitzugeben, auf dem die Fotos direkt gespeichert werden. Kein Nachverteilen, keine Links, keine Erinnerungen, die irgendwo im Nirwana verschwinden. Und ganz nebenbei war damit auch das Thema Gastgeschenk erledigt.
Alle haben fleißig mitgeholfen und mich bei meinem Projekt unterstützt.
Während meine Frau sich mit Hilfe ihres Vaters um das Gehäuse kümmerte – er hatte nicht nur das nötige Know-how, sondern auch die passenden Materialien und Werkzeuge –, saß ich parallel mit meinem Trauzeugen zusammen. Wir recherchierten, stöberten auf Kleinanzeigen und fingen an zu programmieren.
Nach einigen Wochen stand das Grundgerüst der Software. Dann kam die nächste Idee: Ein mit dem Fuß bedienbarer Auslöser wäre perfekt. Also kauften wir einen Buzzer, verbauten einen Mikrocontroller und befestigten alles in, auf und an der Fotobox.
Ein einfacher Buzzer, ein Mikrocontroller – und der Start der Fotobox
Und tatsächlich:
Wir hatten eine funktionierende Fotobox.
Dann fehlte noch das Telefon-Gästebuch. Zufällig hatte ein Arbeitskollege genau das Telefon, das ich suchte – leider zu spät, denn ich hatte bereits eines gekauft. Also machte ich eben zwei daraus.
Die Telefone wurden ausgeschlachtet, Mikrocontroller und LEDs ergänzt, Kabel gelötet, programmiert, geflucht, neu gedacht – und dann: Pling. Zwei funktionierende Gästebuch-Telefone waren fertig. Eines davon passte sogar perfekt zur Fotobox. Also ging es noch einmal zum Schwiegervater, und ein paar Minuten später hing das Telefon sauber integriert auf der Rückseite der Box.
Nach einigen Wochen Recherche und knapp einem halben Jahr Arbeit war es schließlich geschafft.
Einen riesigen Nutzen konnte ich dabei aus unserer Oakie-Zeit ziehen:
Dieser wöchentliche Freiraum schafft Raum, um liegengebliebene Ideen umzusetzen oder sich fachlich weiterzuentwickeln. Für mich war es vor allem ein großer Schritt in Richtung hardwarenaher Entwicklung – ein Bereich, in den ich sonst vermutlich nie so tief eingestiegen wäre.
Hat es immer Spaß gemacht?
Meistens ja.
Wäre Leihen einfacher, stressfreier, sorgenloser und günstiger gewesen?
Definitiv.
Würde ich es trotzdem wieder genauso machen?
Natürlich. Genau solche Projekte reizen mich.
Die Fotobox war durchgehend besetzt. Und jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt ist Schluss, kam die nächste Gruppe.
Stefan
Die Fotobox war ein voller Erfolg: Unsere Hochzeitsgäste hatten riesigen Spaß und großartige Erinnerungen zum Mitnehmen. Und auch auf der Red-Oak-Weihnachtsfeier wurde viel gelacht – und das Fotobuch ordentlich gefüllt.
Die Fotobox war großartig! Dass der Buzzer das nicht überlebt hat, werte ich einfach als Qualitätsmerkmal meiner Begeisterung.
Stephan
Schön, auch mal nicht verwackelte Bilder von der Weihnachtsfeier zu sehen
Chrischan